Ulrike Elbers

systemische Therapeutin & Supervision - Wuppertal

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Das Gefühl der Wut

Wut, Rage, Aggressionen sind oftmals schlechte Berater. Zumindest, wenn sie zu Handlungen führen. “Der andere soll Konsequenzen spüren, ich räche mich für diese Kränkung, der andere soll auch leiden”. Der “Verursacher” der Wutgefühle soll auch etwas zu spüren bekommen.

Wut kann bei manchen Menschen zu massiven Reaktionen führen, die dann meistens noch mehr Ärger hervorrufen. Wut ist ein heftiges Gefühl, zu dem wir viele Alltagsredewendungen kennen. Zum Beispiel, “blind vor Wut”, “vor Wut kochen”, “wutentbrannt”.

Unmittelbar zur Wut gehören auch Gefühle der Hilflosigkeit, Ohnmacht, Machtlosigkeit. Ob im Privaten oder im Berufsleben, Wut kann aufkommen, wenn Menschen sich missachtet oder ausgenutzt fühlen, Wenn sie neidisch, enttäuscht, frustriert, ängstlich oder eifersüchtig sind. Wut zeigt jedoch immer persönlich empfundene Mängel an. Diese können tatsächlich vorhanden sein, zum Beispiel wenn erneut ein Kollege durch eine Beförderung vorbeizieht. Oder eine bestimmte Geste des Partners als geringschätzend, respektlos, niedermachend empfunden wird. Wutanfälle, Wutausbrüche, Handlungen, Aussprüche gegen den “Verursacher” richten sich jedoch meistens gegen die wütende Person selbst. Sie schaden oder setzten ins Unrecht.

Wut sollte zunächst als eigenes Gefühl anerkannt werden. Ignorieren und Unterdrücken dieses starken Gefühls hilft längerfristig nicht weiter. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass Unterdrücken sogar zu Krankheiten führen kann. Für das Herz kann es schädlich wirken.

Trotz Wut sollte zunächst Zurückhaltung geübt werden, um dann für sich selbst nach den Hintergründen des Gefühls zu forschen. Dieser Schritt kann schon durch tiefes Luft holen oder aus der Situation weggehen, herbeigeführt werden. Akute Situationen werden dann zumindest gestoppt und eine Eskalation kann vermieden werden. Erst dann kann begonnen werden zu forschen, was genau hinter der Wut steckt. Das ist auf jeden Fall ein längerer, aber sehr wichtiger Prozess.


Von Ulrike Elbers, Familientherapeutin – Wuppertal

Juli 2016


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