Ulrike Elbers

systemische Therapeutin & Supervision - Wuppertal

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Gut oder schlecht

… richtig oder falsch, schön oder hässlich – häufig begegnen uns solche Bewertungen. Der Pullover ist schön, die Haarfarbe ist hässlich. Sie ist eine gute Mutter, die Entscheidung ist schlecht. Die Gefühle sind falsch, die Meinung ist richtig. Schon von Kindesbeinen an lernen wir mit derartigen Behauptungen zu leben. Und oftmals lernen wir damit auch, dass diese Behauptungen Allgemeingültigkeit haben. Allerdings wird damit überschlagen, dass diese Feststellungen immer persönlich, immer individuell sind. Es sind persönliche, subjektive Bewertungen, ohne dass sie eine Allgemeingültigkeit haben. Denn die eine Sichtweise, dass der Pullover schön ist, stimmt für denjenigen Menschen, der das gerade sagt. Für einen anderen Menschen kann dies unzutreffend sein. Er findet den Pullover hässlich.

Deshalb ist es in der zwischenmenschlichen Kommunikation auch von großer Wichtigkeit, dies genau auszudrücken. “Ich finde …, ich meine …, für mich ist …”. So wird die persönliche Sichtweise, die persönliche Perspektive deutlich ausgedrückt, statt eines Urteils oder einer Bewertung. Denn Sichtweisen hängen immer von unseren persönlichen Lebensumständen ab. Sie sind nicht schicksalhaft festgeschrieben. Gerade in Beziehungen, in der Familie, im Freundeskreis sollte eine derartige klare Kommunikation stattfinden.

Im Beruf, im Kontakt mit Chefs und Vorgesetzten kann es unter Umständen Festlegungen und Bewertungen geben. Aber in diesen Zusammenhängen geht es manchmal auch nicht um persönliche, individuelle Sichtweisen, sondern um Anweisungen oder Vorgaben.

In persönlichen und privaten Kontakten schafft eine sorgfältige Kommunikation auf jeden Fall Respekt und Toleranz, auch wenn wir bei der jeweiligen Einschätzung unterschiedlicher Meinung oder Sichtweise sind. Durch klare Kommunikation fühlen wir uns meistens weniger angegriffen. Wir fühlen uns nicht dazu gedrängt, uns rechtfertigen oder erklären zu müssen, dass wir eben eine andere, individuelle Sichtweise haben.


Von Ulrike Elbers, Familientherapeutin/Supervisorin – Wuppertal
Januar 2018


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