Ulrike Elbers

systemische Therapeutin & Supervision - Wuppertal

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Schuldgefühle

„Wenn Du mich wirklich lieben würdest, dann würdest Du …“ oder „was habe ich schon alles für Dich getan und Du …“- dies sind zwei Strategien, mit denen gefühlsmäßig großer Druck ausgeübt wird und Schuldgefühle erzeugt werden. In vielen Familien agieren zum Beispiel Mutter und Vater mit diesen Strategien bei ihren Kindern. Auch in Partnerschaften sind sie oftmals zu finden. Ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle sollen erzeugt werden. Die Strategien manipulieren und machen gefügig. Sie lösen enormen Verantwortungsdruck aus und wirken oftmals wie eine Fremdbestimmung auf denjenigen, der unter Druck gesetzt wird.

Ziele dieser Strategien sind einzig und allein, durch den ausgeübten Druck Verhaltensweisen zu erreichen, die der Unterdrücker möchte. Alles gilt gleichermaßen für männliche und für weibliche Personen – unter Druck setzen und unter Druck gesetzt werden. In Paarbeziehungen hält sich der Anteil der Geschlechter die Waage. In Familien sind es oftmals die Mütter, die mit Gefühlen versuchen zu manipulieren.

Durch diese Beeinflussung sind die Rollen klargelegt. Die Schuld bekommt stets eine Person von der anderen zugeschoben – „Schuld sind immer die Anderen“. Damit wird jegliche Verantwortung für ein Handeln, für die Gefühle oder Gedanken von einer Person auf die andere geschoben. Die Ehefrau ist Schuld, dass es dem Ehemann schlecht geht, da sie Kritik geäußert hat. Die Kinder sind Schuld, dass die Mutter gestresst ist, da sie ihre Sachen nicht sofort aufräumen.

Eine Veränderung in einem Miteinander voller Schuldzuweisungen und Schuldgefühlen kann es zum Beispiel durch die Person geben, die unter Druck gesetzt wird. Es ist schwer genug, das schlechte Gewissen auszuhalten und den Schuldzuweisungen standzuhalten, ohne das zu tun, was erzwungen werden soll. „Nein-Sagen“ sollte außerdem geübt werden. Und das „Nein“ sollte ohne Rechtfertigungen und Diskussionen aufrechterhalten werden. Jegliches Standhalten, ohne dem Druck zu erliegen, kann zu einem anderen Miteinanderumgehen führen.

Das Ziel lautet für alle Beteiligten: jede Person sollte für sich selbst Verantwortung übernehmen, für das eigene Handeln und auch für die eigenen Gedanken und eigenen Gefühle.


Von Ulrike Elbers, Familientherapeutin/Supervisorin – Wuppertal
Mai 2019


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