Ulrike Elbers

systemische Therapeutin & Supervision - Wuppertal

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Appell

In den vergangenen Corona-Monaten haben wir viele Appelle gehört und gelesen. Sie bezogen sich oftmals klar und eindeutig auf unser Verhalten. Darauf, was wir tun, beachten und lassen sollten. Im „normalen“ Alltag in Familie, Beziehung und im Beruf werden Appelle jedoch sehr häufig uneindeutig, verschleiert oder unpräzise genannt. Dann verbergen sich die Appelle „zwischen den Zeilen“ und können als Bitten, Wünsche, Überredungen, Befehle oder Anweisungen gemeint sein.

Grundsätzlich dienen Appelle in der zwischenmenschlichen Kommunikation dazu, ein Handeln oder Unterlassen eines Handels zu bewirken. Verbal oder nonverbal versucht der Sender einer Botschaft den Empfänger dieser Nachricht zu etwas zu bewegen. Je klarer und präzise eine solche Botschaft ausgesprochen wird, umso eher besteht die Chance, dass der Empfänger diese Nachricht auch genauso versteht. Sonst kann ein Appell falsch verstanden werden.

Ein Appell sollte also eindeutig formuliert werden. Dazu sollte der Sender sich im Klaren darüber sein, was genau er vom Empfänger möchte. Die Formulierung sollte präzise sein. Auch Wünsche oder Bitten sollten klar ausgesprochen werden. Sicherheitshalber kann der Sender beim Empfänger nachfragen, ob die Botschaft richtig verstanden wurde.

Ein Empfänger des Appells entscheidet dann für sich, ob er das machen will, wozu er bewegt werden soll. Denn selbst eine präzise formulierte Botschaft bedeutet keine Garantie, dass der Empfänger dem Appell tatsächlich nachkommt. Ein Wunsch oder eine Bitte kann abgelehnt werden.
Auch ein Befehl oder eine Anweisung kann umgangen werden, selbst wenn mit Nachdruck gesprochen wurde. Allerdings kann es dann zu negativen Konsequenzen führen, wenn beispielsweise eine Anweisung vom Chef oder Lehrer missachtet wird.

Welche Appellform auch benutzt wird, immer verfolgt der Appell in der zwischenmenschlichen Kommunikation einen bestimmten Zweck. Ob dieser erreicht wird, hängt immer vom Sender ebenso wie vom Empfänger ab. Zum Beispiel, „erzähl` mir von Deinem Tag“ oder „räum` Dein Zimmer auf“. „Kümmern Sie sich bitte umgehend um die Erledigung“ oder „kaufen Sie regionale Lebensmittel“.


Von Ulrike Elbers, Familientherapeutin/Supervisorin – Wuppertal
März 2021


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