Ulrike Elbers

systemische Therapeutin & Supervision - Wuppertal

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Schlechtes Sozialverhalten

Das neue Kindergartenjahr hat begonnen. Sarah wundert sich über das schlechte Sozialverhalten der neuen Kinder in ihrer Gruppe. Bei manchen scheint es völlig zu fehlen. Ihre Kolleginnen berichten ähnliches. Den Erzieherinnen ist klar, dass die Kinder sich in die neue Situation in der Kita erst eingewöhnen müssen. Für manche Kinder ist dies eine große Anstrengung. In den letzten Jahren bemerken die Erzieherinnen jedoch, dass die soziale Entwicklung mancher Kinder beim Beginn der Kita-Zeit noch nicht sehr weit fortgeschritten ist.

Es fehlen „danke“ und „bitte“. Oder es ist für die Kinder selbstverständlich, stets ein Gespräch der Erwachsenen zu unterbrechen. Das sind nur die „harmlosen“ Verhaltensweisen. Manche Kinder kennen kein „nein“oder eine Grenze. Sie reagieren sofort mit Wutausbrüchen. Manche kennen auch kein „mein“ und „dein“. Reagieren übergriffig und wollen stets im Mittelpunkt stehen. Auch Schubsen, Treten, Schlagen sind oftmals Mittel, wenn ein Kind sich einem anderen Kind gegenüber durchsetzen will. Ein angemessenes und erfolgversprechendes Konfliktverhalten scheint nicht gelernt worden zu sein.

Bereits im Säuglingsalter beginnt die Entwicklung des Sozialverhaltens und setzt sich im wesentlichen in den nächsten Jahren fort. Sozialverhalten ist ausschlaggebend für die Beziehungen zu anderen Menschen. Ein wichtiges Vorbild sind die Eltern und später auch die Erwachsenen in der Kita. Erfahren Kinder fürsorgliche und liebevolle Zuwendung, werden sie dies nachahmen und auch selbst anwenden. Bestimmte Verhaltensweisen gehen in „Fleisch und Blut“ über und werden immer wieder ausgeführt. Deshalb ist es von Beginn an wichtig, dass die Erwachsenen mit gutem Beispiel vorangehen und angemessenes Sozialverhalten vorleben. So kann sich ein Kind zu einem verantwortungsbewussten und sozialen Menschen entwickeln. Denn mit besonderer Charakterstärke hat schlechtes Sozialverhalten nichts zu tun.


Von Ulrike Elbers, Familientherapeutin – Wuppertal

Westdeutsche Zeitung, WZ, Kolumne: Beziehungen
Samstag, 13. September 2014


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